Die Türkei treibt ihre grüne Zukunft voran: Einführung einer 100-MWh-Batterielinie für Elektrofahrzeuge im anatolischen Kernland
İZMİR / MANİSA – 10. Juni 2026– Vor dem Hintergrund der wachsenden Anzahl an Windparks und Solaranlagen in der westlichen Ägäisregion der Türkei hat heute eine bahnbrechende Produktionslinie für Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge mit einer Leistung von 100 Megawattstunden offiziell den Betrieb aufgenommen. Die Anlage befindet sich in der organisierten Industriezone von Manisa und zielt darauf ab, lokal montierte Elektrofahrzeuge zu liefern und gleichzeitig die Abhängigkeit des Landes von importierten Energiespeichersystemen zu verringern.
Die Eröffnungsfeier wurde geleitet vonHerr Ahmet Yılmaz, Stellvertretender Minister für Industrie und Technologie, zusammen mitFrau Elif Demir, der Produktionsleiter des Werks, undBürgermeister Cengiz Aydınvon Manisa. Über 300 Gäste, darunter lokale Zulieferer, Ingenieurteams und Vertreter türkischer Automobil-Startups, nahmen an der Veranstaltung teil.
„Dies ist nicht nur eine Fabriklinie – es ist ein Eckpfeiler der türkischen Energievision 2030“, sagte der stellvertretende Minister Yılmaz. „Da unsere Region reich an Wind und Sonne ist, verfügen wir über erneuerbare Energien. Jetzt bauen wir den Speicher. Jede hier produzierte Batteriezelle wird dazu beitragen, unser Netz zu stabilisieren, unseren Verkehr zu elektrifizieren und unsere Devisen im Inland zu halten.“
Die neue 100-MWh-Linie – genug, um jedes Jahr etwa 1.600 Langstrecken-Elektrofahrzeuge vollständig auszurüsten – wird zunächst prismatische Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) produzieren, die für kommerzielle E-Busse und leichte Lastkraftwagen konzipiert sind, zwei Segmente, die in den Ballungsräumen der Türkei boomen. Bis Ende 2027 soll die Produktion auf 300 MWh skaliert werden.
Lokale Landschaft, lokale Bedürfnisse
Manisa liegt im Tal des Gediz-Flusses, einer Region, die für ihre Weinberge und Olivenhaine bekannt ist, aber im Sommer auch anfällig für Luftverschmutzung durch starken Dieselverkehr ist. Lokale Gemeinden fordern seit langem sauberere Luft, erschwingliche öffentliche Verkehrsmittel und stabile Arbeitsplätze für junge Ingenieure, die ihren Abschluss an der Manisa Celal Bayar University machen.
„Meine Familie baut hier seit drei Generationen Oliven an“, sagte erFatma Koç, ein 34-jähriger Chemiker, der als Qualitätskontrollleiter eingestellt wurde. „Ich liebe mein Land, aber ich möchte nicht, dass meine Kinder Abgase einatmen. Durch die Arbeit in der Batterieproduktion kann ich in meiner Heimatstadt bleiben und dabei helfen, Elektrobusse auf unsere Straßen zu bringen. Das ist ein echter Traum.“
Die Batterielinie wird 210 direkte Arbeitsplätze schaffen – 70 % davon werden durch lokale Mitarbeiter besetzt, mit einem Ziel von 40 % Frauen in technischen Funktionen, so Frau Demir. Die indirekte Beschäftigung in den Bereichen Logistik, Wartung und Recycling wird auf 500 zusätzliche Stellen geschätzt.
Deckung der steigenden Nachfrage
Der türkische Markt für Elektrofahrzeuge wuchs im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 85 %, dennoch werden immer noch über 90 % der Batteriezellen importiert. Die neue Linie, die von einem Konsortium aus türkischen Industrieinvestoren und europäischen Maschinenpartnern (auf Anfrage werden keine Firmennamen bekannt gegeben) unterstützt wird, wird Lithiumcarbonat aus heimischen Soleprojekten in der Salda-See-Region und Graphit aus recycelten Anodenmaterialien beziehen.
„Unsere geografische Lage liefert uns sowohl erneuerbare Energie als auch Mineralien“, erklärte Frau Demir. „Wir haben die Sonne für solargeladene Batterien, und wir haben das Lithium-Potenzial im Untergrund. Diese Leitung ist der erste Schritt in Richtung eines geschlossenen Batterie-Ökosystems.“
Engagement für die Gemeinschaft und die Umwelt
Die Anlage wird zu 100 % mit erneuerbarem Strom betrieben, der von nahegelegenen Wind- und Solaranlagen bezogen wird. Zum Schutz des örtlichen Flusses Gediz, der nach wie vor eine lebenswichtige Wasserquelle für die Landwirtschaft flussabwärts ist, wurden ein Regenwassernutzungssystem und ein Verfahren ohne Flüssigkeitsabfluss installiert.
Lokale Handwerker zum BeispielMehmet PolatWer eine kleine Reparaturwerkstatt für Elektrofahrzeuge im Stadtzentrum von Manisa betreibt, sieht direkte Vorteile. „Wenn eine Batterie derzeit ausfällt, warten Kunden drei Monate auf einen Ersatz aus China. Da wir hier produzieren, können wir innerhalb einer Woche Diagnose, Austausch und Recycling durchführen. Das ändert alles für Taxifahrer und Lieferfahrer.“
Blick nach vorn
Die „Domestic Battery Initiative“ der türkischen Regierung strebt bis 2030 eine jährliche Zellproduktion von 10 GWh an. Die heutige 100-MWh-Linie ist ein Pilotprojekt – ein Konzeptnachweis dafür, dass die lokale Fertigung machbar und wettbewerbsfähig ist. Es laufen bereits Gespräche zur Erweiterung des Standorts um eine zweite Linie zur stationären Energiespeicherung für Haushalte und Fabriken, um einem weiteren dringenden Bedarf gerecht zu werden: häufigen Stromausfällen im ländlichen Anatolien während Winterstürmen.